Gleich ist es Mitternacht und mein letzter Tag hier neigt sich dem Ende entgegen. Noch einmal ging es zum “Aquafitness”, noch einmal hopsen wir wie Frösche ( DER FROSCH ist hier wirklich eine sehr anstrengende Übung!) durchs Wasser oder fahren mit den “Gummischeiben” als Lenkrad durch das Schwimmbecken. Es hört sich nicht nur komisch an, es ist manchmal komisch und auch dabei wird viel gelacht. Besonders wenn sich die Schwimmnudeln plötzlich in lebendige Schlangen verwandeln und einfach nicht unter den Füßen bleiben wollen… manch älterer Herr hat jedenfalls seinen Kampf mit “diesem Tier” durchzustehen.
Noch einmal geht es in die “Muckibude”, wo wir heute nur zu zweit sind. Viele reisen in diesen Tagen ab, Neue kommen an und müssen erst eingewiesen werden. Besonders schön ist, dass ich zum Abschluss in die Lehrküche darf und mit einer kleinen Gruppe “mediterran” koche. Jeder bereitet ein Gericht zu und wir schlemmen später ausgiebig: Spanische Tomatensuppe, überbackener Feta, Salat aus gegrilltem Gemüse, Nudeln mit Sesam-Basilukum-Pesto, Seelachsfilet aus dem Backofen, selbst gebackenes Ciabatta mit Oliven und getrockneten Tomaten und zum Abschluss einem schönen Obstsalat mit Mandel-Vanillesauce…. hmmm lecker. Wie hat meine Tischnachbarin K. gesagt: “Zieh` ich Arm` und Beine ein, könnt` ich eine Kugel sein!” Das kommt jedenfalls der Beschreibung sehr nahe, wie ich mich nach diesem Essen gefühlt habe.
Noch einmal gehen wir abends auch in den “Schafstall”, der kleinen Kneipe hier nebenan im Westküstenpark (einem kleinen Tierpark). Wir sind eine ganze Truppe, viele von ihnen reisen morgen ab. Es wird viel gelacht. Viele haben ihre erste AHB nun hinter sich. Viele sind mit Fragezeichen hierher gekommen: Wie wird so eine AHB wohl verlaufen? Wird das ein zweiter Krankenhausaufenthalt? Werden mich die vielen kranken Menschen mit ihren Geschichten “runter ziehen”? Aber alle sind sich einig: Es war viel besser als erwartet. Ja, manchmal weinen hier Menschen, sind traurig oder können erst hier “loslassen”. Aber eine Frau am Tisch fasst es so zusammen, wie auch ich es wieder empfunden habe: “Aber die sind ja alle gut drauf hier! Schauen positiv nach vorne, lachen, feiern zusammen!” Vielleicht hätte ich noch hinzugefügt: Und sind auch manchmal traurig zusammen.
Auch ich habe hier ein zweites Mal viel Kraft getankt – nicht nur duch mein Fitnessprogramm, sondern auch durch die Begegnung mit den Menschen hier, die ich sicher nicht vergessen werde.
Es war anders noch einmal hier zu sein – mit etwas Abstand noch einmal zurück zu blicken. Aber es war schön und hat gut getan. Jetzt heißt es Abschied nehmen – denn ein Wiedersehen mit der Rehaklinik Nordfriesland wird es wohl nicht geben. Aber vielleicht ein Wiedersehen mit einigen der Menschen, die ich hier kennengelernt habe. So fahre ich mit einem lachenden und weinenden Auge nach Hause: Lachend, weil ich zu den Menschen gehöre, die erst einmal keine Reha mehr benötigen; weinend, weil diese besondere und intensive Zeit nun zu Ende geht und ich mich von den mir lieb gewonnen Menschen (erst einmal) verabschieden muss.
Auch von euch, liebe Blogleser, verabschiede ich mich nun. Schön, dass ihr mir auf meinem “Rehaweg” so treu gefolgt seid! Schlaft gut!






















